Normalkorund / Halbedelkorund / Edelkorund

Bei einer Reaktionstemperatur von über 2000°C werden aluminiumoxidhaltige Rohstoffe elektrothermisch geschmolzen um Korunde herzustellen. In Abhängigkeit von der Art der erwünschten Korunde, werden unterschiedliche Ausgangsstoffe genutzt. So wird für die Herstellung von Normal-und Halbedelkorunde Bauxit genutzt, während für die Edelkorunden ausschließlich reines Aluminiumoxid (Tonerde) verwendet wird. Dieses wird in einer Vorstufe nach dem Bayer-Verfahren aus dem Bauxit gewonnen.

Meistens wir die Eignung dieser Schleifmittelgruppe für eine Arbeitsaufgabe nicht ausschließlich von einer Eigenschaft, sondern mehreren bestimmt. Die Art und der Anteil der Legierungsbestandteile, sowie die Art der Herstellung (Abstich-oder Blockverfahren) , als auch die folgende Aufbereitung haben einen entscheidenden Einfluss auf die Zähigkeit, Härte und schließlich die Kristallstruktur des Kornmaterials. Brauner Normalkorund wird mit dem Block- oder Abstichverfahren hergestellt. Bei der Herstellung im Block wird auf Grund der längeren Abkühlzeit das Kornwachstum begüstigt, währned beim Abstichverfahren kleinere Kristallstrukturen mit höherer Zähigkeit erzielt werden, dank der schnelleren Abkühlung der Schmelze in Kokillen.

In Abhängigkeit von der Wahl der Schmelzbedingungen und einer Reduktion der Fremdoxide, erhät man den helleren Halbedelkorund. Weißer Edelkorung wird indes ausschließlich im Blockverfahren aus reinem Aluminiumoxid erschmolzen. Durch den Einbau von spezifischen legierungselementen (Chrom, Titan,Vavandium) in das Kristallgitter, können die Bruch-und Verschleißeigenschaften diese eher spröden Edelkorunds nach Bedarf beeinflusst werden. Die Zugabe von beispielsweise 0,25% Chromoxid erzeugt den bekannten Rosakorund, eine erhöhte Konzetration, wie 2,5%Chromoxid erzeugen den Rubin- oder dunkelroten Korund. Die Zugabe weiterer und anderer Legierungsbestandteile lässt den leicht violetten Chrom-Titan-Korund oder den grünlichen Vanadin-Korund entstehen.

Der sogenannte Hohlkugelkorund wird durch das Verblasen der flüssigen Edelkorundschmelze erzeugt. Er ist besonders gut für die Bearbeitung von weichen Materialien, wie Holz oder Gummi. Beim Zikonkorund entsteht imZustandsdiagramm Aluminiumoxid/Zirkonoxid ein Eutetikum mit einem Zikonanteil, der zwischen 25% und 40% liegt. Dieser, einerseits zwar hsehr harte und spröde, andereseits jedoch nicht temperaturstabile, grau-weiße Zirkonkorund, wird vornehmlich in kunstharzgebundenen Schleifscheiben genutzt, die für grobe Schruppaufgaben bestimmt sind. Bei der normalen Zerkleinerung und Aufbereitung von Korund entsteht eine scharfkantige Kornform, die aber durch eine Nachbehandlung eine blockige, kubische Form verwandelt werden kann. Eine thermische Nachbehandlung gehört außerdem bei Normalkorund zum Standard, dabei werden Defektstellen im Kristallgitter korrigiert und die Fremdoxide in ihrer Modifikationsstufe verändert. Das kann zu einer Farbveränderung des Korund, vom braunen zum blaugebrannten Normalkorund führen, das eine längere Standzeit hat. Zur Einbindung des Schleifmittels in die Kunstharz-Bindung und die Verbesserung der Haftung ist es hier üblich, die Oberflächenstruktur durch keramische Überzüge oder Haftvermittler zu optimieren.