Kunstharz Bindung

Diese Bindungsgruppe ist wird primär von Phenolharzbindungen bei der Herstellung von Schleifscheiben eingenommen. Von uns wird die Phenolharzbindung weiterverarbeitet und für die Herstellung von Korund-und Siliziumkarbid-, Trenn- und Schruppscheiben benutzt. Diese können mit oder ohne Glasgewebeverstärkung sein, so wie zur Fertigung von Schleifscheiben für Werkzeug-, Flach- und Rundschleifen genutzt werden. Für die Schleifscheibenbindung werden Produkte der Phenolharze, sowohl in flüssiger wie auch pulver Form verwendet.

Dabei ist das Pulver der eigentliche Härteträger, der in unterschiedlichen Modifikationen mit anderen Kunstharzen (Epoxidharze, Elastomere u.a.) benutzt werden kann. Um die Eigenschaften der Schleifscheibe zu verbessern, wird außer dem Phenolharz eine Palette unterschiedlicher aktiver und nichtaktiver Füllstoffe hinzugefügt. Die hiermit erzielte Wirkung ist eine Verfestigung und Abriebfestigkeit der Bindung, eine chemische Unterstützung der Schleif-oder Trennprozesse durch die Abgabe von bestimmten Zersezungsprodukten oder Verhinderung von einem oxidativen Abbau des Harzes. Bei Temperaturen zwischen 170°C und 200°C findet die Aushärtung der Phenolharzbindung (ein Polykondensationsprozess) statt. Hexamethylentetramin wird hierbei als Härtungsmittel eingesetzt, das bereits von den Herstellern dem Harzpulver hinzugefügt wird. Schleifscheiben sollte ausschließlich durch Kaltpressen hergestellt werden, darauf folgt eine Aushärtung. Zusätzlich können die Kunstharzschleißscheiben für Hochgeschwindigkeitsbearbeitung mit Glasgewebearmierung verstärkt werden. Im Vergleich zu einer Keramikbindung, ist die Kunstharzbindung elastisch und zarter schleifend. Die geringe Aushärtungstemperatur erlaubt einen problemlosen Einsatz in allen Schleifmittelarten. Dabei sind die Füllstoffe und Schleifmittel unmittelbar in der Kunstharzmatrix eingebunden.

Auf Grund des Polykondensationsprozesses ist eine vollständige Aushärtung technisch nicht möglich, wodurch eine Veränderung der Bindung in ihrer Festigkeit, begünstigt durch chemische oder atmosphärische Einflüsse, erfolgen kann.Deshalb sollten Schleifscheiben in Kustharzbindungen innerhalb von ungefähr 2 Jahren aufgebraucht werden.