Keramische Bindung

Traditionell besteht die keramische Bindung aus einer feingemahlenen Mischung von Feldspat, Ton und Kaolin. Die Zugabe bestimmter, gemahlener Glasfritten beeinflusst gezielt den Schmelzfluss keramischer Bindungen und senkt gleichsam die Brenntemperatur der Bindung. Man unterscheidet in Abhängigkeit von der Schmelzeigenschaft die Bindungen in Sinterbindungen oder Schmelzbindungen. Der schelzfluss der der Sinterbindungen ist durch den Feldspat, der nur als Flußmittel fungiert, geringer. Hier sind nämlich die Schleifmittelkörner einzig durch angesinterte Bindungspartikel aneinander geklebt. Eine relativ hohe Brenntemperatur und ein relativer hoher Anteil an Bindungsanteilen müssen eingesetzt werden um eine ausreichende Festigkeit und Schleifwerkstoffeigenschaft zu erzielen. Eine wesentliche Verbesserung des Schmelzverhaltens wird durch die Zugabe von Glasfritten erreicht. Dies hat eine wesentliche bessere Einbindung der Schleifkörner zu Folge, so wie eine höhere Basisfestigkeit bei einem geringeren Bindungsanteil und schließlich auch wirtschaftlich günstigere Brenntemperaturen. Eine höhere Porosität im Schleifwerkstoff kann erreicht werden, wenn das Schleifkorn zunehmen chemisch gelöst und gebunden wird, und sich schmalere und kleinere Bindungsbrücken entwickeln. Schmelzbindungen dieser Art werden für die Hochleistungs- und Hochgeschwindigkeitsschleifscheiben empfohlen. Aus unserer Produkt-Palette in diesem Gebiet.

Bei der Fertigung von besonders zart schleifenden Werkzeugen werden Sinterverbindungen weiterhin benötigt. Ihr Einsatz ist besonders bei der Herstellung von Siliciumkarbidschleifkörpern wichtig, weil es sich ohne einen hohen Glasanteil auf Grund mangelnder Verträglichkeit zersetzen kann.

Schleifscheiben mit höherer Geschwindigkeit und Schleifleistungen liegen klar im Trend der Schleifmittelbranche. Allerdings hat dies zur Folge, dass die Bindungsbrücke oft vernachlässigt wird und so zum schwächsten Bestandteil bezüglich der Festigkeit wird, so dass man sie weiter stabilisieren und festigen muss. Dies kann auf zwei Wegen erfolgen, zum Einen durch Rekristallisation in der Bindungsphase, zum Anderen durch gezielte Einbringung von Disperspartikeln in der glasigen Bindung. Das sind gänzlich neue Verfahrensschritte für die technologische Umsetzung der keramischen Bindungsherstellung, -aufbereitung und Brenntechnologie.